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„München, wir
haben einen Namen“.

„München, wir
haben einen Namen“.

Von Michael Meyer, Partner und Geschäftsführer Kreation

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Als ich am 11. April dieses Jahres den Fernseher anmachte und die Tagesschau sah, war es wieder da. Dieses Kribbeln und dieses nie endende Staunen über die Apollo 13 Mission der NASA 1970. Es war zwar nur ein kurzer Bericht und unsere Agentur trägt seit gut 12 Jahren ihre Philosophie aus dieser Mission, dazu waren wir gerade dabei, ein paar Dinge für LinkedIn zu erstellen und zu posten, um das 50-jährige Jubiläum der Apollo 13 gebührend zu würdigen. Dennoch berührte mich dieser Live-Moment um 20:12 Uhr am Samstagabend, am Ende der Nachrichten. Es war, als wäre man wieder mittendrin in dieser Geschichte. Als wären die Astronauten Fred Haise und Jack Swigert um ihren Kommandanten Jim Lovell gerade erst jetzt wieder heil zur Erde zurückgekehrt.

Es war das gleiche Gefühl wie 1995, als die Geschichte der Apollo 13 als Film in die deutschen Kinos gekommen war. Ich konnte meine Schwester, trotz brütender Sommerhitze, überreden, mit mir ins Kino zu gehen. Selten hat mich ein Film und damit die wahre Geschichte dieser NASA Mission, so gefesselt und fasziniert.

Sieben Jahre später, als „Apollo 13“ wieder im Fernsehen lief, durchzuckte es mich erneut. Wie perfekt wäre doch so manche Analogie aus dieser Geschichte für die Philosophie einer Agentur?

Ständige Kommunikation miteinander, Vertrauen ineinander, echter, gelebter Teamgeist, Achtung jedweder Ressourcen und, zu guter Letzt, das unschlagbare Momentum und die Kraft einer brillanten Idee.

2002 war ich noch bei Jung von Matt und konnte mit der Umsetzung dieser Idee erstmal wenig anfangen. Ich wusste aber schon zu diesem Zeitpunkt, dass ich selbst einmal eine Agentur gründen möchte. Mit dem besten Berater an meiner Seite. Und ich war von dieser Philosophie so besessen, dass sich meine noch zu gründende Agentur doch und bitte unbedingt an dieser Geschichte orientieren sollte. Ich war sogar so überzeugt, dass ich es zum Gradmesser machen wollte, ob meine Mitgründer noch die richtigen wären, wenn sie nicht an diese Geschichte glauben würden.

Nach meiner Zeit bei Jung von Matt, kehrte ich 2004 wieder nach München zurück und arbeitete als Freelancer. Tatsächlich mehr in Hamburg, Berlin und Düsseldorf als mir recht war, denn „zu Hause schlafen“ und viel Zeit in München zu verbringen, war doch eigentlich mein Ziel und nicht morgens um 06:30 Uhr wieder nach Hamburg zu fliegen. Gott sei Dank, wie sich später herausstellte, gab es aber auch in München viel zu tun.

Denn 2007 sollte das Schicksal so spielen, dass ich meine ehemalige Kundin seitens BMW, Virginie Briand wieder treffen sollte. Wir hatten, mit unseren jeweiligen Teams zusammen, die internationale Einführung des BMW 1er auf den Weg gebracht. Ich auf Seiten Jung von Matt unter Jean-Remy und Deneke, und Virginie auf Seiten von BMW. Wir schätzten uns schon damals sehr, doch das Verhältnis war trotz allem noch recht förmlich und bis dato waren wir auch per Sie, wie es sich ebenso gehört in einem ordentlichen Automobilunternehmen wie BMW. Ich war in der Agentur gebucht, in der Virginie nach ihrer Zeit im Konzern tätig war und eine gemeinsame Aufgabe führte uns wieder zusammen. Ich erinnere mich, dass wir tatsächlich am ersten Tag noch die ersten 30 Minuten beim Sie geblieben waren, was sich allerdings nicht lange aufrechterhalten ließ. Die intensive Zusammenarbeit auf zwei Projekten ließ die schon von BMW/Jung von Matt gekannte Freude, Leidenschaft und Lust am Arbeiten wieder aufflammen. Und ein paar Wochen später beschlossen wir recht frech, sobald es nur irgendwie geht, uns selbstständig zu machen. Gesagt, getan, im Spätsommer 2007.

Uns war relativ schnell klar, dass wir A) nicht so heißen wollten, wie unsere Nachnamen sind. Egal in welcher Reihenfolge. Und B) wir eine starke Philosophie brauchen, die sowohl nach innen als auch nach außen einen perfekten Job macht. Alles sollte smart, ungewöhnlich und merkfähig sein.

Somit kam der große Moment und die für mich unweigerliche Prüfung, ob ich die richtigen Partner an meiner Seite hatte und ich rückte mit der Geschichte der Apollo 13 raus. Virginie und auch unser damaliger Mitstreiter Florian Scherzer waren sofort Feuer und Flamme. Vor allem Virginie. Das hat ja schon mal geklappt, dachte ich mir. In großer Euphorie wurden die ersten paar hundert Euro nicht in Laptops oder Büromaterial investiert, sondern in original Apollo 13 Devotionalien. Mit jedem Paket, das aus den USA hier ankam, wurde unsere Bestätigung größer, dass diese Geschichte gut zu uns passen würde.
Jetzt hatten wir eine Geschichte, aus der wir unendlich viel für unsere eigene Philosophie ziehen konnten. Dennoch fehlte immer noch unser Name! Tatsächlich war „Apollo13 Werbeagentur“ lange unser Favorit, aber neben der ungeklärten Rechtethematik war dieses Naming noch nicht auf der berühmten Zwölf.

Zur Zeit der Vorbereitung auf die Gründung war ich immer noch als Freelancer unterwegs. Ich nutze jede Minute außerhalb der Jobs und manchmal auch währenddessen, um mir meinen Kopf zu zerbrechen, wie wir denn nun heißen sollten? Immer und immer wieder las ich den Wikipedia-Eintrag (https://de.wikipedia.org/wiki/Apollo_13) der Apollo 13. Bei einem der letzten Male entdeckte ich die Startzeit der Mission. 19:13:00 GMT. Das war’s! 19:13.

Ganz aufgeregt rief ich in München an und nach 1-2 Sekunden Reaktionszeit hatten wir unseren Namen. Virginie war genauso begeistert wie ich. Florian, der uns noch ein paar Monate treu begleitete, obwohl er für sich mittlerweile entschlossen hatte, die Verantwortung für eine eigene Agentur aktuell nicht tragen zu wollen, machte sich sofort ans Werk und gestaltete unser wunderschönes Logo, das wir bis heute haben und das auf jeder Präsentation vorne weg marschiert.

Dass wir für uns nicht nur eine perfekte Philosophie, sondern auch einen entsprechenden Namen gefunden hatten, wussten wir nach den Meetings mit unseren ersten Kunden und Interessenten unserer Leistungen. Denn fast vor jedem Gespräch kam die Frage auf: „Und warum eigentlich 19:13?“

Ich möchte mich bei dieser Gelegenheit bei unseren ersten Mitstreitern bedanken. Florian Scherzer und später vor allem auch bei Johannes Orgzall, der unsere Art Direktion lange Zeit geprägt hat. Danke, Euch beiden.

Und natürlich, das größte Dankeschön, an meine wunderbare Mitgründerin Virginie Briand, die ich seit fast 20 Jahren kenne und mit der ich zusammen seit über 12 Jahren 19:13 und unser überragendes Team führen darf. Es macht Freude und Spaß wie am ersten Tag. Zwischen uns passt nicht mal eine Auslandsausgabe der BILD.

Und jetzt kann ich es ja verraten. Ich hätte auch mit Virginie gegründet, wenn wir Fix und Foxi als unsere Geschichte gehabt hätten. Bitte nicht weitersagen. Denn so passt es noch besser. Danke, Virginie.

Fällt Euch was auf?

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